02.02.2009
Die armen Hausstaubmilben
Hier wieder so eine suggerierende Anzeige, die den Betroffenen zu unnötigen, und auf Dauer sinnlosen Ausgaben animiert:
„Besonders grosse Mengen an Allergenen findet man häufig im Schlafraum, da sich hier der Feind Nr. 1 des Allergikers befindet - die Hausstaubmilbe. Ihre Ausscheidungen (Milbenkot) bestehen hauptsächlich aus aggressiven Enzymen, welche die natürliche Schutzbarriere der Haut und insbesondere der Bronchialschleimhaut zerstören können und somit den Weg zu einer Allergie frei machen.“ Link: Das Gesundheitcommunique
Die Hausstaubmilbe ist ebenso kein Feind des Allergikers, wie auch nicht von mir. Ober warum sollte die Milbe etwas gegen Allergiker haben und gegen Millionen von Menschen eben nichts?
Auch Enzyme werden nicht immer aggressiver. Die Enzyme sind für alle Menschen gleich.
Ist das Beseitigen von Hausstaubmilben vielleicht ein schöner Zeitvertreib, jedoch völlig sinnlos, weil es Milben immer wieder geben wird. Auch hier wird durch die Beseitigung dem Betroffenen in der Tat dazu verholfen, dass er sich kurzfristig wohl auch besser fühlt. Jedoch ändert es rein gar nichts an der Tatsache, dass der Fehler – nämlich falsch auf harmlose Stoffe zu reagieren – weiterhin vorhanden ist. Das heißt: der Körper des Allergikers arbeitet nach wie vor mit einer falschen „Software“. Meiner Meinung nach werden die Beschwerden, die ohnehin irgendwann wieder auftauchen, nur in die Zukunft verschoben. Hinzu kommt, dass der Körper weitere Fehler produziert, und es somit meist zu heftigeren Symptomen kommt.
Mit der Meidung von Allergie auslösenden harmlosen Stoffen ist auf Dauer kein Blumetopf zu gewinnen. Im Gegenteil, die Erfahrung zeigt, dass die Symptome umso schlimmer werden, je länger man wartet, um die Softwarefehler zu korrigieren.
Im Alter spricht man dann allerdings nicht mehr von Allergien, sondern durch die Schieflage der Regulationsmechanismen von „chronischen“ Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes uvm.
Ihr Heinz Grundmeyer